Standard ist uns nicht gut genug

 

Rubrik: Aktuelles

 

Mangelhafte Ladungssicherung mit Folgen

Kanister mit Säure vor einem "Bergungsfass". Der Kunststoffkansiter sorgte beim Empfänger für großen Wirbel. Beim Öffnen der Ladefläche stellte man fest, dass ca. 15 L der ätzenden Flüssigkeit ausgelaufen waren. Der Einsatz der Feuerwehr war erforderlich.

 

 

 

Deutlich erkennbarer Riss im Bodenbereich. Der Kanister wurde während des Transports undicht undicht. Ursachenforschung war angesagt.

 

 

 

Die Ladeeinheiten waren schlecht. Die Verpackungen wurden mit den Paletten nicht zu stabilen Ladeeinheiten verbunden. Sie konnten daher auf den Ladungsträgern verrutschen. Durch einen hervorstehenden Nagel wurde der Kanister aufgerissen.

 

 

 

 

Verwendung von Tankreinigungsanlagen

In diesen Tank wurden leicht entzündbare und giftige Flüssigkeiten befördert. Nach der Entladung befinden sich Reste der gefährlichen Flüssigkeit im Tank, welche von der nächsten Befüllung entfernt werden müssen, sprich, der Tank muss gereinigt werden. Hierzu kann man zu einer Firma fahren, die eine professionelle Reinigung durchführt. Der Nachteil hierbei........stimmt, die Kosten!

 

 

 

Also bedient man sich der fest angebauten Reinigungsanlage. Hier zwei Druckbehälter, die fst mit dem Fahrzeug verbunden sind. Das installierte Leitungssystem führt direkt in den Tank. Dort wird per Druckluft in diesem Fall ein giftiges und ätzendes Reinigungsmittel eingespritzt. Die Flüssigkeit vermischt sich mit den entzündbaren, giftigen Resten im Tank.

 

 

Anschließend wird dieser Abfall in einen festverbundenen Tank unter dem Fahrzeug abgelassen. Dieser fasst 200 L Flüssigkeit. Weder dieses Behältnis, welches nach einer Eigenkonstruktion aussieht, noch die Druckbehälter sind in irgendeiner Form gekennzeichnet. Es gibt keinerlei Begleitpapiere aus denen hervorgeht, welche Gefahren von den gefährlichen Stoffen ausgehen. Im Schadenfall haben die Rettungkräfte keinen Hinweis. Eine gefahrgutrechliche Bewertung der Anlage ist schwierig.

 

 

Transport in loser Schüttung in BK2 Schüttgutcontainern

Bei der Beförderung von Gefahrgut der UN 3170, 4.3 III ADR in loser Schüttung wird ein Schüttgutcontainer mit der Kennzeichnung BK2 eingesetzt. Diese Transportart ist durch den Eintrag in der Tabelle 3.2 Spalte 10 mit dem Hinweis auf den Abschnitt 7.3.2 ADR grundsätzlich zulässig. Nach UA 7.3.2.4 ADR gelten für Güter der Klasse 4.3 zusätzliche Vorschriften. Hiernach müssen die Güter in wasserdichten Schüttgutcontainern befördert werden. Der eingesetzte Container war, obwohl als BK2 zugelassen und nach Herstellerangaben verschlossen, bauartbedingt undicht. Zwischen Deckel und Stirnwand war über die gesamte Breite ein erhebliches Spaltmaß vorhanden. Schäden an der Verschlusseinrichtung waren nicht vorhanden. Es konnte während der Fahrt Regenwasser eindringen.

 

Gefahrgut der UN 3170 in einem gedeckten BK2 Container

 

Bauartbedingtes Spaltmaß zwischen Stirnwand und Deckel

 

Beförderungspapier

Der Abschnitt 5.4.1 ADR regelt die Vorschriften für das Beförderungspapier und die damit zusammenhängenden Informationen. Gemäß § 18 (1) Nr. 8 GGVSEB hat der Absender dafür zu sorgen, dass ein Beförderungspapier mitgegeben wird. Die Übergabe an den Fahrzeugführer vor Beförderungsbeginn ist Aufgabe des Beförderers. Dies ist im § 19 (2) Nr. 5a GGVSEB geregelt. Der Fahrer hat lt. § 28 Nr. 10 a GGVSEB die Begleitpapiere mitzuführen und auf Verlangen den zuständigen Personen zur Prüfung auszuhändigen.

In diesem Fall war das Beförderungspapier auf den Kanister mit dem Gefahrgut der UN 1090 aufgeklebt. Der Fahrzeugführer übergab das Versandstück und somit auch das Papier mit den erforderlichen Angaben dem Kontrollpersonal. Die Beteiligten sind ihren Pflichten somit nachgekommen, oder nicht? Zum Aufbewahrungsort und zur Erreichbarkeit des Beförderungspapiers sagt das ADR Recht nichts aus. Also kann dies auch der Staukasten oder die Ladefläche sein. 

 

 

 

Weichverpackungen

Gemäß 7.5.7.1 dürfen Verpackungen nicht mit Gurten oder Bändern überspannt werden, so dass es zu einer Verformung des Versandstückes kommen kann. Hierbei denkt man natürlich in erster Linie an Zurrgurte, die die Ladung kraftschlüssig sichern sollen. Es gibt aber auch andere Überspannungen mit denen die Verpackungen stabilisiert werden sollen. So werden Kisten aus Pappe mit Explosivstoffen aus China häufig mit Signodebändern aus Kunststoff umspannt. Dies soll für eine zusätzliche Festigkeit sorgen. Die Bänder sind jedoch sehr scharfkanitig und schneiden daher in die Verpackung. Je nach Ausmaß der Beschädigung sind diese Kisten nicht mehr für den Weitertransport zugelassen und müssen entsprechend geborgen werden.

 

 

 

 


 Füllungsgrad 

Kombinations IBC gefüllt mit einer entzündbaren, ätzenden Flüssigkeit. Der zulässige Füllunggrad gemäß Abschnitt 4.1.1.4 ADR war überschritten.

 

 

 


 

Niederzurren wie die Weltmeister

Kraftschlüssige Sicherung durch Niederzurren. An den IBC aus Pappe (mit Folieninnensack) wurden Kantenschoner angebracht. Diese brachen jedoch unter der Zurrkraft und bohrten sich in das Versandstück. Die Folie riss auf und Gefahrgut trat aus.

....und die Moral von der Geschicht, Weichverpackungen zurrt man nicht!

 

 


Mangelhafte Verpackungen

In der letzten Zeit sind immer mehr Verpackungen auf dem Markt, die keiner Bauartprüfung unterzogen wurden oder deren Kennzeichnung (Codierung) nicht mit der tatsächlichen Bauart übereinstimmt.

 

Es wurden mehrere Fässer UN 1866 Harzlösung II ADR mit nachfolgender Kennzeichnung transportiert:

Bis zum Y (Angabe für die Verpackungsgruppe) war die Kennzeichnung richtig. Die Zahl 166 war falsch und ohne Aussagekraft, da der Prüfdruck immer auf den nächsten Zehner auf- oder abgerundet werden muss, bsp. 170 oder 160!  Die Länderkennung DE gibt es nicht, das Fass kam aus Dänemark. Die Herstellerkennung fehlte ebenfalls. Die 12 sollte wohl für das Jahr der Herstellung gelten.

Die Codierung war falsch: UN / 1A2/Y166/DE/R/12

 


 

Flexible IBC aus Argentinien mit der Kennzeichnung 13H3, Kunststoffgewebe mit Innenauskleidung. Befördert wurde ein mit Wasser reagierender, fester Stoff der UN 1405.  

 


 

Die Bauart des Großpackmittels stimmte nicht mit der Codierung überein. Die Innenauskleidung fehlte. Es handelte sich um einen FIBC nach 13H1 aus einfachem Kunststoffgewebe. An einigen Stellen war die Verpackung schon durchgescheuert.

 


Ladungssicherung:

Auch Feinstblechdosen sind Weichverpackungen

Der Einsatz mit Spanngurten ist als Maßnahme zur Ladungssicherung immer noch gängiger Praxis. Dabei wird nach wie vor übersehen, dass die Versandstücke den Belastungen oftmals nicht gewachsen sind. Selbst augenscheinlich stabile Verpackungen verformen sich unter der Zurrkraft. Dabei möchte man doch burch die Kopfschlinge die Ladung nicht gegen die Stirnwand drücken, sondern lediglich gegen Verrutschen nach hinten sichern. Das Ergebnis der Aktionen sind häufig verformte und beschädigte Behältnisse.

 

Setzen einer Kopfschlinge. Anlegen der Gurte mit großer Vorspannkraft direkt an den Fässern.

 

Starke Verformung des Fassmantels

 


 

Ladungssicherung: Nach wie vor ein Thema

Ob dieser IBC wohl unbeschadet in Mexiko angekommen wäre. Er stand völlig ungesichert auf den anderen Versandstücken in dem Seecontainer.

 

Problematik: Säcke

Nach wie vor kommte es bei Sackware immer wieder zu Beschädigungen der Versandstücke.Die Weichverpackungen sind sehr anfällig und können den Beanspruchungen bei der Verladung und beim anschließenden Transport nicht standhalten. Bei der Verladung kurz mal an der Rungentasche angeeckt und schon weist der Sack einen Riss auf. Gefahrgut rieselt heraus. Eine Kontrolle der Versandstücke nach der Verladung findet in der Regel nicht mehr statt.

 

 


 

Die Technik wird schlechter

Der Transport von gefährlichen Gütern verlangt von allen Beteiligten erhöhte Sorgfaltspflichten. Dies beinhaltet natürlich auch den verkehrssichern Zustand der Fahrzeuge mit denen das Gefahrgut in welcher Form auch immer transportiert wird. Viele Spediteure, Fahrer, Verlader und Befüller sind sich ihrer Verantwortung anscheinend nicht bewußt. Dies wird dadurch deutlich, dass immer mehr Fahrzeuge und deren Ausrüstungsgegenstände gravierende, sicherheitsrelevante Mängel azufweisen. Zerissene Planen beim Transport in loser Schüttung, defekte Bremsanlagen, mangelhafte Bereifung, und durchgerostete Fahrzeugrahmen sind nur ein kleiner Auszug der langen Liste. Dabei hat nach Abschnitt 7.5.1 ADR vor der Beladung eine Sichtkontrolle der Beförderungseinheit zu erfolgen. Anscheinend wird diese nicht immer oder unzureichend durchgeführt.

 

 

 


 

 


 

Niederzurren von Weichverpackungen

Papiersäcke, mit einem festen, umweltgefährdenden Stoff der UN 3077, auf Paletten gestapelt, wurden auf einen Tautliner verladen. Als Sicherungsverfahren wurde das Niederzurren gewählt. Dies wurde vom Verlader in Frankreich ausdrücklich verlangt. Der Fahrer merkte an der Ladestelle noch an, dass die Säcke beschädigt werden könnten. Um dies zu verhindern setzte man Kantengleiter aus Kunststoff ein. Durch die Zurrkraft dückten sich die Schoner jedoch in die Papiersäcke und beschädigten diese. Es kam zu einem Gefahrgutaustritt mit erheblichen Folgen. Die Kosten für die Bergung und den Fahrzeugausfall überstiegen um ein Vielfaches die Kosten für eine ordnungsgemäße Sicherung am Verladeort

 

Kantengleiter drückte sich in die Säcke. Hierdurch wurden diese beschädigt

 

Beschädigte, eingeschnittene Säcke mit Gefahrgutaustritt durch Einsatz von Signodebändern

 


 

Kleiner Nagel -  Große Wirkung

Kanister aus Kunststoff mit einer Hypochloridlösung  der Klasse 8

Die Kanister wurden auf Paletten gestapelt und mit einer Folie umwickelt. Zwischen dem Ladungsträger und den Verpackungen bestand keine stabile Ladeeinheit. Aus der Lattung einer Palette ragte ein Nagelkopf hervor. Beim Abstellen des Kanisters stellte dies noch kein Problem dar. Der Nagel drückte sich zunächst nur in den Kunststoff, ohne ihn zu beschädigen. Der Fahrzeugführer musste im Baustellenbereich verkehrsbedingt stark abbremsen. Durch dieses Mannöver verrutschten die unzureichend gesicherten Versandstücke auf der Paletten und der Nagelkopf riss den Kanisterboden auf. Es kam zu einem Austritt der Säure. Der Fahrer bemerkte zum Glück den Schaden bei einer Pause auf dem Parkplatz und benachrichtigte die Feuerwehr.

 

 

   

 

 

 

Herausragender Nagelkopf auf der  Holzpalette

 

  

  





 

In Fahrtrichtung verrutschte Kanister auf der Palette

 

 

 

 

 

 

Ausgetretene ätzende Flüssigkeit auf der Ladefläche

 

 

 

 


 

Gefahrgutaustritt bei undichten Verpackungen

Ventilbodensäcke mit giftigem Gefahrgut der Klasse 6.1

Die Säcke waren im oberen Bereich bauartbedingt nicht dicht, obwohl sie gemäß den Herstellerangaben verschlossen waren. Der Verschluss (Im FachjargonVentil genannt) war lediglich nach innen gefaltet und weder verklebt noch vernäht. Das Gefahrgut staubte bereits bei der geringsten Berührung in die Umgebungsluft aus.  

Die Versandstücke waren mit einer Kennzeichnung versehen und entsprachen der Bauart nach Kapitel 6.1 ADR.

 

 

 

 

 

 

 


 

Gefahrgutanhaftungen auf Fässern mit einer Säure

Bei der Befüllung von Versandstücken werden oftmals Gefahrgüter verschüttet. Diese haften dann im Bereich der Verschlüsse an. Die Behältnisse werden vor dem Transport nicht überprüft. Eine Reinigung findet daher nicht statt. In vielen Fällen gehen von diesen Resten erhebliche Gesundheitsgefahren für das Lade- und Kontrollpersonal aus. 

Ätzende Gefahrgutreste im Bereich der Verschlusses.

 

Die Flüssigkeit waren bereits am Fassmantel bis auf den Ladeboden gelaufen

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Gefahrgutaustritt aus einem Kombinations - IBC

Das Großpackmittel war mit einer Säure befüllt. Beim Verschließen hatte man den Schraubverschluss verkantet aufgesetzt. Während der Beförderung schwappte die Säure unter den Deckel und trat aus. Diese Mängel sind bei diesen IBC häufiger zu beobachten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Undichte flexible Großpackmittel

Ein mit Wasser reagierender Stoff wurde in flexible IBC gefüllt. Im Bereich der Verschlüsse waren die IBC undicht, so dass das gefährliche Gut austrat.

 

Anhaftungen auf den Großpackmitteln

 

 


Mangelhafte Kennzeichnung von Gefahrgutverpackungen

Immer wieder tauchen bei Kontrollen Gefahrgutverpackungen auf, die nicht ordnungsgemäß nach 6.1 ADR gekennzeichnet sind. Hierbei handelt es sich teilweise augenscheinlich um Plagiate. Bei der Verwendung dieser Behältnisse stehen vermutlich ökonomische Gründe im Vordergrund. Die Gefahr beim Transport und der Verladung besteht darin, dass die Bauartprüfung nicht durchgeführt wurde und somit die Stabilität nicht gewährleistet ist.

 

Metallfass mit einer nicht dauerhaft angebrachten Codierung. Die Bauart wurde ausschließlich durch einen austauschbaren Aufkleber nachgewiesen

 

Gefahrgutstandard
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